Safari in der Kalahari: Warum die Wüste alles andere als leer ist
Roter Sand, endlose Weite und kaum ein Baum am Horizont: Die Kalahari wirkt auf den ersten Blick karg und beinahe menschenleer. Doch wer hier auf Safari geht, entdeckt schnell ein anderes Bild. Zwischen Dünen, Grasflächen, Dornbüschen und trockenen Flussbetten leben zahlreiche Tierarten. Oryxantilopen und Springböcke ziehen durch die offene Landschaft, Erdmännchen halten Ausschau nach Feinden und Löwen, Geparden und Hyänen folgen ihrer Beute.
Die Kalahari erstreckt sich über weite Teile Botswanas sowie Gebiete Namibias und Südafrikas. Dabei sieht sie längst nicht überall gleich aus. Mal bestimmen rote Dünen das Landschaftsbild, mal weite Grasflächen, Salzpfannen oder mit Akazien bestandene Savannen. Gerade diese Vielfalt macht eine Safari in der Kalahari so spannend.
Ist die Kalahari wirklich eine Wüste?
Der Name Kalahari weckt schnell Bilder einer klassischen Sandwüste. Tatsächlich ist die Region jedoch vielerorts keine Wüste im engeren Sinne, sondern eine trockene bis halbtrockene Savannenlandschaft. Zwar fällt wenig und vor allem unregelmäßig Regen, doch für eine vielfältige Vegetation reicht die Feuchtigkeit aus.
Gräser, Dornbüsche und trockenheitsresistente Bäume wie Kameldornakazien prägen große Teile der Landschaft. Auch die charakteristischen Sanddünen sind häufig bewachsen und dadurch weitgehend stabilisiert. Dazwischen liegen Pfannen und fossile Flussläufe, die besonders für die Tierwelt eine wichtige Rolle spielen.
Wie lebendig die Kalahari ist, zeigt sich besonders nach Regenfällen. Innerhalb kurzer Zeit können sich zuvor trockene Flächen mit frischem Gras und Blüten überziehen. Im Zentralkalahari-Wildreservat (Central Kalahari Game Reserve) in Botswana ziehen dann große Herden von Springböcken, Oryxantilopen und Gnus auf die frischen Weideflächen.
Welche Tiere leben in der Kalahari?
Wer bei einer Safari vor allem Elefanten, Flusspferde und Büffel erwartet, ist in anderen Regionen Afrikas besser aufgehoben. Die Kalahari punktet mit einer Tierwelt, die an Trockenheit, Hitze und große Temperaturunterschiede angepasst ist.
Zu den charakteristischen Bewohnern gehören Oryxantilopen, Springböcke, Gnus, Kuhantilopen und Elenantilopen. Auch Giraffen und Strauße sind in verschiedenen Regionen anzutreffen. Besonders bekannt ist die Kalahari jedoch für ihre Raubtiere.
Löwen gehören zu den eindruckvollsten Sichtungen. Vor allem die männlichen Tiere mit ihren häufig dunklen Mähnen sind zu einem Sinnbild der Kalahari geworden. Daneben bestehen gute Chancen auf Geparden, Leoparden sowie Tüpfel- und Schabrackenhyänen. Auch kleinere Raubtiere wie Schabrackenschakale, Löffelhunde und Kapfüchse sind hier heimisch.
Typisch für die Kalahari sind außerdem Erdmännchen, Borstenhörnchen und Honigdachse. Auch Vogelfreunde kommen auf ihre Kosten. Besonders auffällig ist die Vielfalt an Greifvögeln, die in den offenen Landschaften hervorragende Jagdbedingungen finden.
Botswana: Kalahari im großen Maßstab
In Botswana nimmt die Kalahari einen erheblichen Teil des Landes ein. Eines ihrer eindrucksvollsten Schutzgebiete ist das Zentralkalahari-Wildreservat. Mit rund 52.800 Quadratkilometern zählt es zu den größten Wildreservaten der Erde.
Hier bestimmen Weite und Abgeschiedenheit das Safarierlebnis. Grasland, Buschland, Pfannen und fossile Flusstäler ziehen sich bis zum Horizont. Anderen Fahrzeugen und Reisenden begegnet man deutlich seltener als in vielen bekannten Safariregionen Ostafrikas.
Besonders interessant ist die grüne Jahreszeit. Nach ergiebigen Sommerregen sprießen auf den offenen Flächen frische Gräser. Springböcke, Oryxantilopen, Gnus, Kuhantilopen, Elenantilopen und Giraffen versammeln sich dann in größerer Zahl, vor allem im Norden des Reservats rund um das Deception Valley. Wo viele Pflanzenfresser unterwegs sind, folgen auch Löwen, Geparden und andere Raubtiere.
Namibia: rote Dünen und weite Landschaften
Auch der Osten Namibias gehört zur Kalahari. Hier zeigt sich die Landschaft häufig so, wie man sie sich klassischerweise vorstellt: lange rote Dünenzüge, dazwischen Grasflächen, Akazien und trockenes Buschland.
Im Vergleich zu Botswana steht bei einer Reise durch die namibische Kalahari häufig die Landschaft stärker im Mittelpunkt. Viele Lodges liegen in privaten Reservaten, in denen Pirschfahrten und geführte Wanderungen angeboten werden. Oryxantilopen, Springböcke, Giraffen, Strauße und verschiedene kleinere Tierarten gehören zu den möglichen Sichtungen.
Nach ausreichenden Regenfällen verändert sich auch hier das Bild. Zwischen den roten Dünen sprießen frische Gräser und Pflanzen und die sonst vorherrschenden Rot- und Ockertöne bekommen plötzlich kräftige grüne Akzente.
Die namibische Kalahari lässt sich gut als Station in eine Rundreise durch Namibia integrieren.
Südafrika: Raubtiere im Kgalagadi
Im äußersten Norden Südafrikas liegt gemeinsam mit Botswana der Kgalagadi Transfrontier Park. Das grenzüberschreitende Schutzgebiet umfasst mehr als 3,6 Millionen Hektar und gehört zu den bekanntesten Safariregionen der Kalahari.
Rote Dünen, trockene Flussbetten und einzelne Kameldornakazien prägen die Landschaft. Besonders die ausgetrockneten Flussläufe des Auob und Nossob sind für Tierbeobachtungen interessant. In der offenen Vegetation lassen sich Tiere häufig schon aus größerer Entfernung entdecken.
Der Kgalagadi ist vor allem für seine Raubtiere bekannt. Löwen, Geparden, Leoparden sowie Schabracken- und Tüpfelhyänen kommen hier vor. Oryxantilopen, Springböcke, Gnus und Elenantilopen ziehen ebenfalls durch das Gebiet. Auch Erdmännchen und zahlreiche Greifvögel gehören zu den typischen Bewohnern.
Statt einer klassischen Big-Five-Safari stehen im Kgalagadi die an die Trockenheit angepasste Tierwelt und besonders die Raubtiere im Mittelpunkt.
Wann ist die beste Reisezeit für die Kalahari?
Die beste Reisezeit für die Kalahari hängt davon ab, was man erleben möchte.
Während der trockenen und kühleren Monate des südafrikanischen Winters sind die Temperaturen tagsüber meist angenehmer. Morgens und nachts kann es allerdings empfindlich kalt werden. Die spärlichere Vegetation erleichtert vielerorts die Tierbeobachtung.
Die Sommermonate bringen deutlich höhere Temperaturen und die Chance auf Regen. Dieser kann die Landschaft innerhalb kurzer Zeit völlig verändern: Gräser sprießen, Pflanzen blühen und viele Tiere nutzen das neue Nahrungsangebot. Besonders im Zentralkalahari-Wildreservat in Botswana ist diese Zeit für Tierbeobachtungen interessant.
Eine feste beste Reisezeit gibt es daher nicht: Wer die trockene Kalahari und angenehmere Tagestemperaturen sucht, reist eher im südafrikanischen Winter. Wer die überraschend grüne Seite der Kalahari kennenlernen möchte, sollte die Sommermonate in Betracht ziehen.
Was macht eine Safari in der Kalahari besonders?
In der Kalahari geht es weniger um möglichst viele Tierarten in möglichst kurzer Zeit. Das Erlebnis entsteht aus der Landschaft selbst: kilometerweite Horizonte, roter Sand, trockene Flussläufe, einzelne Kameldornakazien und ein Himmel, der nachts kaum dunkler sein könnte.
Tiere müssen häufig gesucht werden. Dafür lassen sich viele Arten in der offenen Landschaft besonders gut beobachten. Eine Oryxantilope auf einem roten Dünenkamm, ein Gepard im goldenen Gras oder ein Löwe unter einer Kameldornakazie sind Bilder, die kaum mit einer Safari in einer anderen Region Afrikas zu verwechseln sind.
Spätestens nach einem kräftigen Regen wird deutlich, warum die Vorstellung von einer leeren Wüste nicht zur Kalahari passt. Aus trockenen Flächen wird frisches Weideland, dem Pflanzenfresser und schließlich auch Raubtiere folgen.
Die Kalahari ist nicht leer. Man muss nur genauer hinsehen.
Entdecken Sie mit Afrikarma, wie viel Safari in der Kalahari steckt.






