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Der Fluss Okavango ist mit ca 1500 km Länge der drittlängste Fluss im südlichen Afrika und bildet ein faszinierendes und außergewöhnliches Ökosystem. Der Okavango entspringt im angolanischen Banguela-Plateau, wo er durch Niederschläge von bis zu 2000 mm/Jahr und zahlreiche Zuflüsse Wasser sammelt. An der Grenze zu Botswana ist der Fluss bis zu 100 m breit und führt zwischen 5 und 12 Milliarden m³ Wasser. 

Was diesen Fluss einzigartig macht, ist die Tatsache, dass er nicht ins Meer mündet. Statt dessen fächert sich der breite Flusslauf in einzelne Seitenarme auf, breitet sich aus und verdunstet oder versickert in der Sandwüste. Dieses Phänomen - im Nordwesten Botswanas - hat eine Sumpflandschaft hervorgebracht, die hinsichtlich landschaftlicher Schönheit, Flora, Fauna ihresgleichen sucht.

Das Okavango-Delta, eigentlich ein Schwemmkegel, umfasst im Schnitt eine Fläche von ca. 1,6 Mio. Hektar. Das entspricht etwa der Größe von Schleswig-Holstein. Je nach Jahreszeit unterliegt die wasserbedeckte Fläche enormen Schwankungen. Die größten Wassermengen treten hier nicht während der Regen-, sondern während der Trockenzeit bei heißem Wetter auf. Rund 95% des Oberflächenwassers von Botswana befinden sich in diesem Gebiet. Neben der Funktion als Wasserreservoir hat das Okavango-Delta eine sehr große Bedeutung für den Tourismus des Landes, findet sich dort eine vielfältige und einzigartige Schwemmlandschaft, die zahlreichen - auch seltenen und gefährdeten Tierarten einen Lebensraum bietet. Rund 500 Vogelarten, 128 Säugetierarten und 150 Reptilien- und Amphibienarten finden sich hier. Im gesamten Deltagebiet sind zudem 1300 verschiedene Pflanzenarten ausgewiesen.

Ein Phänomen des Okavango-Deltas ist die Trinkwasserqualität der Gewässer. Obwohl der Okavango jährlich ca. 500.000 t gelöste Salze in das Delta schwemmt, ist das Wasser in den Sümpfen und Kanälen ungewöhnlich klar und rein. Diese Tatsache ist der besonderen regulierend wirkenden Flora des Deltas zu verdanken. Die Verdunstung durch Pflanzen überwiegt hier die Oberflächenverdunstung. Salze werden - besonders in den Gebieten der Deltainseln - zurückgehalten. Unterschiedliche Flutperioden führen dazu, dass die Böden im Delta sich allein wieder regenerieren können.

Das Okavango-Delta lässt sich in vier Regionen unterteilen, die sich in ihrer geographischen Beschaffenheit sowie Pflanzen- und Tierwelt stark voneinander unterscheiden:

Der Panhandle (Pfannenstiel) im Nordwesten des Deltas ist der permanent wasserführende Unterlauf des Okavango. Dieser "Pfannenstiel" entstand durch tektonische Verwerfungen, die den Flusslauf  zwischen 2 Erdfalten auf einer Länge von knapp 100 km hindurchleiten.  Am Ende des Panhandles wird der mäandrierende Lauf durch eine querstehende geologische Verwerfung aufgehalten und der Okavango teilt sich in mehrere Ausläufer. Eine Wasserlandschaft mit Papyrus- und Schilfsümpfen, soweit das Auge reicht, schwimmende Inseln aus Riedgras, Lagunen, Palminseln ist die landschaftliche Auswirkung. Ausflüge zur Erkundung mit Booten bieten sich hier besonders an.

Die Regionen am Ende des Panhandles bilden die zweite Zone und sind saisonale Schwemmgebiete, die vorübergehend überflutet werden und ein Bild aus  Inseln und freien Wasserflächen bieten. Da das Okavango-Delta eine Region aktiver tektonischer Verschiebungen ist, verändert sich das Fließsystem des Okavango kontinuierlich. Weitere Ursachen für die sich verändernde Landschaftsoberfläche sind Verstopfungen in den Kanalsystemen sowie die Aktivität von Termiten.

Die dritte Zone sind Gebiete am Rand des Deltas, die zeitweise komplett austrocknen. Hier befinden sich Landmassen, die so gut wie nie überschwemmt werden und als trockene Inseln einen permanenten Lebensraum für zahlreiche Tierarten darstellen: Chief´s Island, die Matsebi-Ridge und die Moremi-Landzunge. Besonders im April, wenn der Fluss viel Wasser führt, erblühen in diesem Gebiet hunderte von Blumen, vornehmlich Wasserlilien in den grünen Graspfannen. Üppige, bunte Vegetation und artenreiche Tierwelt zeichnen dieses Gebiet aus, hier finden sich Böcke, Antilopen, Zebras, Gnus, Kudus und Giraffen, gefolgt von Löwen, Hyänen.

In die Region erstrecken sich von Süden her die Sandveld-Zungen, die vierte Zone des Deltas.