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Afrikarma
28.09.2016

Prince William und die Pangolins

Wilderei wird zu einer extrem ernsten Bedrohung für das seltene Pangolin

In einem kürzlich veröffentlichten Video (Ca. 2 Minuten, Pangolin ab 1:10) macht der britische Thronfolger Prinz William auf ein den meisten unbekanntes Tier aufmerksam, das Pangolin. Pangolins gibt es in 8 verschiedenen Arten, 4 davon in Asien, 4 in Afrika. Die Tiere ernähren sich von Insekten, insbesondere Ameisen und Termiten, die sie mit ihren langen, dünnen Zungen aus dem Boden holen.  Pangolins heißen auf Deutsch Schuppentiere, sehen aus wie Tannenzapfen auf vier Beinen und sind für den Menschen vollkommen ungefährlich.

Bedroht sind sie neuerdings deswegen, weil ihre Schuppen in einigen Ländern Asiens als Ersatz für das sehr teure Nashorn in Mode gekommen sind. Man schreibt den Schuppen potenzsteigernde Wirkung zu. Teilweise werden auch die Tiere gegessen, ebenfalls aus dem Glauben heraus, mit dem Verzehr in den Genuss weiterer gesundheitsfördernder Substanzen zu kommen. Nichts davon ist belegt, ebenso wenig wie es Belege dafür gibt, dass Nashorn irgendeinen Nutzen hat. Man kann ebenso gut seine eigenen Fingernägel kauen.

Die Wilderei soll zugenommen haben. Manche Quellen melden, dass bis zu 100.000 Tonnen Pangolins gewildert und geschmuggelt werden. Angesichts eines Körpergewichtes von ca. 10 kg würde das bedeuten, dass 10 Millionen Tiere gewildert werden müssten. Wir halten diese Zahl für unwahrscheinlich, zumindest wenn es um den afrikanischen Anteil geht. In vielen Jahren Safari haben wir nicht einmal ein Pangolin in freier Natur gesehen. Nur ein einziger unserer Kunden hat diese zu Gesicht bekommen und mit sehr schönen Fotos belegt. Deswegen können wir uns nicht vorstellen, wie man diese Tiere gleich zu Millionen wildern kann.

Trotzdem zweifeln wir nicht an der Bedrohung. Neben der Wilderei zur Befriedigung der Nachfrage aus Asien gibt es noch einen weiteren Sachverhalt, der den Tieren zusetzt: die Tiere gelten bei vielen afrikanischen Ethnien als Glücksbringer. Deswegen werden den Stammesoberhäuptern und Königen oft die Tiere als Geschenk dargereicht. Wir wissen nicht, ob die Tiere dann noch leben oder bereits tot sind. Aber auch in afrikanischen Dörfern haben wir noch nicht einmal ein lebendiges Pangolin in Gefangenschaft gesehen.

In einem in der Zeit veröffentlichten Interview berichtet die Tierschützerin Maria Dieckmann, warum sie den Tieren geradezu verfallen ist, und warum sie denkt, dass sie der einzige Mensch auf der Welt ist, der jemals einer Pangolin-Geburt beigewohnt hat. Das Interview ist anrührend und informativ zugleich.

Bei Fotografen sind Pangolins sehr beliebt, weil das symmetrische Muster ihrer Schuppen und die Fähigkeit, sich zu geschlossenen Kugeln aufzurollen, zu attraktiven Fotomotiven führt. 

Wer ein Pangolin sehen möchte, sollte den Nordrand des Okavango-Delta besuchen. Sowohl in der Duba-Konzession mit dem Duba Plains Camp als auch in der Kwando-Konzession mit dem Kwara Camp gibt es mit Sicherheit Pangolins, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, sie zu sehen, sehr gering ist. In Sambia hat man im South-Luangwa-Nationalpark verhältnismäßig gute Chancen, die Tiere zu sehen. Dort spielt es keine so große Rolle, welches Camp man besucht, aber sicherlich sind das Tafika Camp und das Nsefu Camp beide eine gute Wahl.  Das Bild unten wurde uns von Kwando Safaris zur Verfügung gestellt.