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Kanu-Safaris

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Safari zu Wasser

Kanu-Safaris sind nicht überall grundsätzlich möglich, versprechen aber einen völlig anderen Blick auf Landschaft und Natur als die üblichen Safaris im Fahrzeug oder auch die Walking Safaris. Mit den Walking Safaris haben sie gemeinsam, dass man die Geräusche im Busch und in der Natur intensiv wahrnimmt, denn es gibt keine störenden Motorgeräusche. Man hat natürlich eine buchstäblich tiefer gelegte Perspektive, denn man schaut vom Wasser meist nach oben, um Tiere zu sehen, und nicht, wie in den Fahrzeugen, nach unten. Das bedeutet, dass man mit geringerer Wahrscheinlichkeit Tiere sieht, wenn man von Tieren absieht, die im oder am Wasser leben. Krokodile, Nilpferde und Nilwarane sieht man häufig, ebenso Elefanten, weil sie viel trinken müssen und meist ohne Scheu tief ins Wasser hinein laufen. Bestimmte Antilopenarten, wie Sitatunga mit ihrer aquatischen Lebensweise oder die roten Moorantilopen kann man sehr gut sehen. Umgekehrt wird man selten oder nie einen Geparden sehen, denn diese bevorzugen weite, offene Flächen und nicht die sumpfigen Ufer der Wasserläufe mit ihren Galeriewäldern. Wasservögel sieht man natürlich ständig: Fischadler, verschiedene Storcharten und Eisvögel, manchmal Pelikane, Ibisse, Löffler, Enten, Gänse, kleine und große Reiher, Jacanas, kleine Eulen und mit Glück die Pel's Fischeule - kurz, alles was man in Wassernähe erwarten darf.

Der Reiz einer Kanu-Safari liegt in der Ruhe, mit der die Bewegung abläuft. Man muss sich körperlich betätigen, aber es strengt nicht sonderlich an, da man praktisch immer mit der Strömung des jeweiligen Gewässers unterwegs ist. Im Kanu kann man Gepäck transportieren, weshalb die logistische Probleme ebenfalls mit dem Kanu gelöst werden können: Küchenausrüstung, Zelte und Bettzeug reisen sozusagen parallel im Kanu mit.

Okavango-Delta

Im Okavango-Delta werden die recht bekannten Mokoro-Ausflüge angeboten. Diese sind aber selten im Stile einer mehrtägigen Safari sondern eher als Einzelaktivität organisiert. Ein Poler sorgt für Vortrieb, schon deswegen ist so ein Mokoro nicht mit einem Kanu zu vergleichen. Das Mokoro bleibt eher eine Besonderheit des Okavango-Deltas.

Linyanti-Region

In Botswana empfiehlt sich vor Allem eine Kanu-Safari auf dem Selinda Spillway, einem Fluss-System, das Okavango-Delta und Linyanti-Kwando-System miteinander verbindet. Nachdem der Spillway über 30 Jahre lang ausgetrocknet war, fließt er seit 2009/10 wieder und ermöglicht eine Erkundung abgelegener Regionen zu Wasser. Übrigens: Wenn der Wasserstand hoch genug ist, kann das Wasser des Okavango über den Selinda Spillway in den Kwando und von diesem in den Sambesi und dann sogar bis in den Indischen Ozean gelangen! Der Safariveranstalter Great Plains Conservation bietet in der Linyanti-Region beispielsweise den 5-tägigen Selinda-Canoe-Trail an, eine tolle Mischung aus Kanutouren, Buschwanderungen und Camping. Der Selinda Spillway hat sehr wenig Gefälle, fließt darum nur sehr langsam und erlaubt spontanes Anhalten und Verweilen an beliebigen Stellen. Der Spillway ist breit genug, dass man nicht den omnipräsenten Elefanten in die Quere kommt, er ist aber auch zu flach, als dass er für Nilpferde oder Krokodile besonders attraktiv wäre. Aus diesem Grund laufen die Kanu-Safaris dort sehr entspannt und risiko-arm ab. Übernachtet wird in Zelten an den flachen Ufern oder auf einer der vielen Inseln, die täglichen Kanu-Touren werden durch kurze Walking Safaris ergänzt.

Chobe National Park

Auf dem Chobe River werden ebenfalls Kanu-Safaris angeboten, dort sind sie aber meist nur kurz, denn der Chobe River ist einfach zu groß, als dass eine Kanu-Safari dort viel Sinn machen würde.

South Luangwa National Park

In Sambia - so könnte man meinen - sollten doch Kanu-Safaris auf dem Luangwa River möglich sein. Die Realität ist aber, dass wegen der enorm großen Nilpferdpopulation und der wirklich unglaublich großen Anzahl an Krokodilen Kanu-Safaris dort extrem gefährlich wären. Sie werden darum kurz gesagt nicht angeboten. Man kann weder den Krokodilen noch den Nilpferden ausweichen, darum lässt man sich am Besten erst gar nicht darauf ein. Hier und da wird der Luangwa im Kanu überquert, aber dabei geht man sehr zielstrebig vor und auch nur nach genauer Prüfung der Verhältnisse vor Ort.

Lower Zambezi National Park

Am Lower Zambezi werden unterschiedliche Kanu-Safaris angeboten. Der Strom ist hier breit und bietet viele Möglichkeiten zur Navigation. Den Elefanten, Nilpferden und Krokodilen kann man meist problemlos auswichen und an den Ufern sieht man sehr viel Wild. Gleichwohl muss man insofern vorsichtig sein, als der Sambesi mit kräftiger Strömung fließt und man auf keinen Fall unachtsam an einen quer liegenden Baumstamm herangetragen werden darf. Kanus können kentern und eine Bergung ist immer schwierig. Interessant ist aber, dass man auch den kleinen und stillen Seitenarmen im Zopfmuster des Sambesi-Flussbettes folgen kann. Die Eindrücke wechseln sich daher ständig ab: weites offenes Wasser, Sandbänke, schmale, rauschende Kanäle, Galeriewälder und immer wieder Wild. Auf den Sandbänken kann man hervorragend und einigermaßen geschützt die Zelte aufschlagen. Gerade dadurch bekommen die Kanu-Safaris in dieser Region ihren Reiz. Man muss aber nicht gleich mehrere Tage unterwegs sein. Es ist ebenso gut möglich, einen Nachmittag lang im Kanu auf dem Sambesi stromabwärts zu gleiten und nach Ende der Aktivität im Motorboot wieder zurück zur Unterkunft zu fahren. Eine Variante dieser Aktivitäten ist der Transfer von Camp zu Camp im Kanu. Um das Gepäck kümmert sich das Camp-Personal und die Gäste reisen gemütlich unter der Führung eines Kanu-Guides zu Wasser.

Zwar werden die Kanu-Safaris im Lower Zambezi National Park nur von etwa Mai bis November angeboten, weil mit einsetzenden Regenfällen die meisten Camps nicht mehr erreichbar sind und die Logistik zu funktionieren aufhört. Dafür sind die Wasserstände aber einigermaßen gleich bleibend, denn stromaufwärts steht der mächtige Kariba-Damm und reguliert den Wasserabfluss.

Viktoriafälle

Auch an den Viktoriafällen werden Kanu-Exkursionen, auch mehrtägige, angeboten. Hier sind jedoch die Ufer des Flusses wenig reizvoll. Teilweise sind sie verbaut oder privat, teilweise sind sie felsig. Es gibt hier und da Stromschnellen, die für Kanus zu gefährlich sind. Natürlich ist es auch grundsätzlich gefährlich, in der Nähe der Wasserfälle Kanu zu fahren, wir müssen wohl kaum erläutern, warum. Die kommerziellen Touren halten darum respektvollen Abstand und stellen den Betrieb ein, wenn der Sambesi Hochwasser führt. Unterhalb der Wasserfälle gibt es keine Kanu-Aktivitäten, dort kontrollieren die White Water Rafter das Geschehen.

Mana Pools National Park

Kanu-Safaris hier finden in den Gewässern Simbabwes statt und sind absolut spektakulär. Es gibt darum hier auch eine größere Auswahl an Safari-Betreibern, die das gleiche Konzept - Kanu-Fahrten an den Ufern des Sambesi und seiner Seitenarme, unterbrochen von Walking Safaris in Kombination mit Zeltcamps am Ufer - von schlicht und rustikal bis luxuriös und "experimentell" variieren. Beispielhaft für diese Kombination aus Pirschfahrten, Buchwanderungen und Kanutouren ist das Zambezi Life Styles. Der Grund für das breite Angebot ist zweifellos die spektakuläre Tierwelt im Mana Pools National Park. Zwar liegt der Lower Zambezi National Park direkt gegenüber und sollte ähnlich sein, aber in Mana Pools ist die Fauna breiter gefächert. Es gibt mehr Großkatzen, auch in Ufernähe, Elefanten, Wildhunde, eine Vielzahl von Antilopen und ansonsten die gleichen Landschaftsformen wie gegenüber in Sambia, nur mit einem viel weitläufigeren Hinterland, abseits der Uferzone. Wir denken, dass unter allen Kanu-Safari-Möglichkeiten Mana Pools die Krönung ist.

Kanu-Safari - eine Auswahl

Goliath Tented Camp

Blick auf das Zentrale Kanga Camp.   Das Kanga Camp liegt einige Kilometer vom Sambesi entfernt, dafür aber in der Nähe des meist trockenen Ruckomechi-River. Die kleine Lagune vor dem Camp ist wichtig für die Tierwelt in der Umgebung. Eine Vielzahl von Vögeln kann dort beobachtet werden. Paviane, Duiker, Elefanten und Impalas besichen die Lagune regelmäßig. Seltener kommen Löwen, Leoparden und Wildhunde. Aber auch sie finden sich in der Nähe.

Das Goliath Tented Camp ist ein schlichtes Safari-Camp mit vielseitigen Aktivitäten, dessen Hauptattraktion in der Charisma des Owner-Guides Stretch Ferreira liegt, einem der erfahrensten und bekanntesten Guides, auch über die Grenzen Simbabwes hinaus. Er persönlich leitet die Aktivitäten im Mana Pools National Park und sorgt mit maßgeschneiderten Safaris für unvergessliche Erlebnisse. Das Camp spricht vor Allem ein jüngeres, aktives Publikum an.

Vundu Camp

Vundu Camp ist ein einfaches Camp mit Lodge-Elementen, das sich an den aktiven Safari-Gast mit hohen Ansprüchen an das Guiding richtet und neben dem Ruwesi Canoe Trail auch Besuche an den ab Juli sehr interessanten Chitake Springs im südlichen Teil des Parks bietet.  Ein Ableger-Camp wird unter dem Namen Little Vundu im authentischer Safari-Stil geführt.

Zambezi Expeditions Camp

Blick auf das Zentrale Kanga Camp.   Das Kanga Camp liegt einige Kilometer vom Sambesi entfernt, dafür aber in der Nähe des meist trockenen Ruckomechi-River. Die kleine Lagune vor dem Camp ist wichtig für die Tierwelt in der Umgebung. Eine Vielzahl von Vögeln kann dort beobachtet werden. Paviane, Duiker, Elefanten und Impalas besichen die Lagune regelmäßig. Seltener kommen Löwen, Leoparden und Wildhunde. Aber auch sie finden sich in der Nähe.

Das Zambezi Expeditions Camp ist ein persönliches und mobiles Camp im artenreichen Mana Pools-Nationalpark. Es liegt am Sambesi-Ufer, und bietet Game Drives, Kanu-Safaris, Angeln und Entspannung.

Selinda Canoe Trail

Auf dem Selinda Canoe Trail erleben Campingurlaub und Abenteuer wie in der Anfangszeit der Afrikasafaris, und erkunden den Selinda Spillway, das zweite große Fluss-System im Norden Botswanas, mit dem Kanu und zu Fuß und entdecken abgelegene und unbetretene Orte abseits jeder konventionellen Route.

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